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Osterpredigten von Martin Luther



Predigt am Ostermontag

( Martin Luther )

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Darum folgt, dass dieser Same nicht allein eines Weibes Sohn sein müsse, die kein Mann berührt hätte, sondern auch ewiger Gottes Sohn. Wer hätte das in diesem Spruch finden können? Niemand. Weil aber des heiligen Geistes Offenbarung und des Neuen Testaments Licht dazu kommt, so gibt Moses solches fein.
Weiter folget auch hieraus: Weil er den Teufel unter sich treten und überwinden sollte, hat er nicht müssen im Tode bleiben, sondern vom Tode auferstehen und ewiglich leben, und durch seine Auferstehung und Leben anfangen gewaltig zu herrschen, dass er die Seinen, die an ihn glauben, auch endlich aus und über Sünde, Tod und Teufel zur ewigen Gerechtigkeit und Leben bringe.
Solches alles hat unser Herr Christus ohne Zweifel diesen zwei Jüngern aus diesem Hauptspruch in Mose, als aus der ersten Verheißung von ihm, daraus auch die andern hernach geflossen sind, aus reichem Geiste ausgelegt, und sein Leiden und Auferstehung von den Toten daraus kräftiglich bewiesen.
Darum wird dies eine schöne, herrliche Predigt gewesen sein, die unser Herr Christus den Jüngern getan hat, da er angefangen hat von Mose und allen Propheten, und ihnen alle Schrift ausgelegt, die von ihm gesagt war. Dardurch ist ihr Herz billig entzündet und entbrannt worden. Denn es wird sehr lustig und lieblich zu hören gewesen sein, dass er die Schrift, welche ihnen zuvor dunkel und verschlossen war, so geöffnet hat.
Moses ist der erste, wie gesagt, an dem der Herr anfängt den Jüngern die Schrift zu öffnen. Er hat aber nicht allein die erste Verheißung von des Weibes Samen aus Mose genommen und ausgelegt, sondern auch ohne allen Zweifel andere Hauptsprüche hinzugenommen; z. B. da Gott Abraham mit einem Eide verheißt und spricht, 1. Mos. 12, 3 und 22, 18: Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden. Item, den Spruch 1. Mos. 49, 10 ff.: Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis der Silo (das ist, Held) komme. Und demselben werden die Völker anhangen. Er wird sein Füllen an den Weinstock binden, und seiner Eselin Sohn an den edlen Reben. Er wird sein Kleid in Wein waschen, und seinen Mantel in Weinbeerblut. Seine Augen sind rötlicher denn Wein, und seine Zähne weißer denn Milch. Die Worte sind finster und verschlossen, sonderlich das da steht vom Mantel waschen, roten Augen und weißen Zähnen. Aber wenn ein Prediger und Ausleger darüber kommt, wie Christus hier, so werden sie licht und offenbar.
Aus den Propheten wird er genommen haben den Spruch 2. Sam. 7, 12 ff. da Christus David verheißen wird: Wenn nun deine Zeit hin ist, und du mit deinen Vätern schlafen liegst, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll, dem will ich sein Reich bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Stuhl seines Königreichs bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Und Pf. 132, 11: Der Herr hat David einen wahren Eid geschworen, davon wird er sich nicht wenden: Ich will dir auf deinen Stuhl setzen die Frucht deines Leibes.
Diese und andere Sprüche hat unser lieber Herr Christus den zwei Jüngern aus Mose und aus den Propheten ausgelegt, dass ihnen die Schrift, so zuvor ihnen eitel Fels und Finsternis war, eitel Licht und Feuer geworden ist, davon ihr Herz gebrannt hat; womit denn angezeigt ist, dass zum Verstand der heiligen Schrift die Offenbarung gehört, dass der heilige Geist, als der rechte Ausleger, das Wort auswendig durch die mündliche Predigt und inwendig durch Erleuchtung im Herzen erkläre. Den Juden war das Wort, so von Christo gepredigt ward, eitel Stein; aber den Jüngern und andern, die es mit Ernst und einfältigem Herzen hörten und annahmen, war es Licht und Feuer, davon ihr Herz erweckt, entzündet, getrost und fröhlich ward.





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