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Osterpredigten von Martin Luther



Predigt am Ostermontag

( Martin Luther )

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Denn es muss dennoch in der Kirche der Glaube Christi allzeit irgendwo bleiben und erhalten werden, und etliche sein, so die Wahrheit haben und bekennen, obgleich derselbigen wenig sind, und der größere Haufen irret, wie sie hier geirret haben; sollte er auch nicht mehr, denn durch eine Maria erhalten werden. Darum lässt er auch solches geschehen, dass auch wohl viele der rechten Heiligen irren und straucheln, dass wir uns nicht auf Menschen verlassen sollen, wie viel, groß und heilig dieselben sind, sondern auf das Wort sehen, das da gewiss ist und nicht trügen kann, wie er allhier diese zwei, und hernach die andern alle allzeit in die Schrift weist und führt.
Hier neben ist nicht zu vergessen das Exempel des Evangelii, so uns reizt und vermahnt, dass wir gerne von Christo reden und hören, und mit der Schrift und Gottes Wort umgehen sollen, ob es auch nicht allzeit so bald verstanden wird, noch zu Herzen geht, wie es sollte; und zeigt, was es für Kraft, Nutzen und Frucht wirkt, wo es mit einfältigem Herzen gehandelt wird.
Denn zum ersten sehen wir: Obwohl diese zwei Jünger noch voll Unglaubens stecken, dennoch, weil sie unterwegs mit einander um Christus sich bekümmern, ganz einfältiglich und schier vergeblich, so will und kann er nicht von ihnen bleiben, sondern ist alsbald da und gesellet sich aufs freundschaftlichste zu ihnen, und bald trifft er ihr Herz und Gedanken, und fängt an, ihnen eine schöne, herrliche Predigt zu tun eben von dem Artikel, darob sie bekümmert sind und zweifeln, dergleichen sie zuvor nicht gehört hatten. Darnach zum andern, empfinden sie alsbald die Kraft desselben, dass ihr Herz nicht mehr so schwer, träg und kalt bleibt zu glauben, wie zuvor, sondern bewegt und entzündet wird, dazu auch erleuchtet, und einen neuen Verstand kriegt, dass sie nun die Schrift beginnen recht zu verstehen, und ihnen klar und helle wird, die sie zuvor nicht verstanden hatten.
Und zum letzten werden die Larven und Deckel von ihren Herzen und Augen genommen, dass sie ihn nicht mehr für einen Gast und Fremdling ansehen, sondern nun recht erkennen und fühlen, dass er nicht mehr ferne von ihnen, sondern selbst gegenwärtig ist, und solches in ihnen wirket, dass sie nun ganz gewiss im Glauben sind, und hinfort der leiblichen, sichtbaren Offenbarung nicht mehr bedürfen sondern alsbald hingehen, und andern auch predigen, und ihnen wider den Zweifel und Unglauben helfen können.
Darum sollten wir auch, ihrem Exempel nach, Gottes Wort gerne hören, und nicht verdrossen werden; denn es ist nicht allein eine nötige Übung für beide, Schwache und Starke, Unverständige und Gelehrte, und lehrt allerlei, was zur Seligkeit notwendig, reichlich, und kann nimmer ausgelernt werden; sondern es ist auch das Mittel, dadurch Gott in unserm Herzen wirken und den Glauben und heiligen Geist geben will; wie St. Paulus Röm. 10, 17 sagt: Der Glaube kommt aus dem Hören des Wortes. Und ist gewiss die Frucht dabei, wo es mit Ernst gemeint wird, obgleich das Herz am ersten kalt und faul dazu ist; so man nur fortfährt und dabei bleibt, so bleibt's nicht vergeblich, sondern schaffet, dass es die Unverständigen und Irrenden herzu bringt und bessert, die Schwachen stärkt, und endlich das Herz erwärmt und erleuchtet, so dass Christus in der Schrift besser verstanden und erkannt wird.
Und ob kein anderer Nutzen dabei wäre, sollte uns doch das reizen, gerne damit umzugehen, dass wir Gott und dem Herren Christo daran einen Gefallen und lieben Gottesdienst tun; und wissen, dass er alsdann gewisslich nicht weit von uns ist, wie er selbst verheißet und spricht Matth. 18, 20: Wo ihrer drei oder zwei bei einander sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Da sind mit ihm freilich auch die lieben Engel um dich, und haben ihre Lust und Freude daran, und dagegen wird der Teufel hinweg getrieben und muss weichen, wie er von Christo weichen musste, da er ihm mit Gottes Wort widerstand, Matth. 4, 11.





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