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Predigt am Ostermontag

( Martin Luther )

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Aber Moses und der Propheten Lehre kommt nicht aus der Vernunft und Menschenweisheit. Darum wer sich untersteht, Mosen und die Propheten mit der Vernunft zu begreifen, und die Schrift zu messen und zu rechnen, wie sie sich mit der Vernunft reime, der kommt gar davon.
St. Paulus 1. Cor. 1, 23 f. spricht: Wir predigen den gekreuzigten Christum, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. Denen aber, die berufen sind, beide, Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit. Den Juden, spricht er, predigen wir eitel Anlaufen, daran sie sich stoßen und darüber sie toll und töricht werden, sie können's weder hören noch sehen. Den klugen Heiden predigen wir eitel Torheit, darüber sie zu Narren werden, weil es wider ihrer Vernunft geht, die es nicht leiden kann. Welche aber einfältige Schafe sind, unter Juden und Heiden, die sprechen: Gott hat's geredet, darum glaube ich's; die können's fassen und verstehen.
Und Christus selbst, Matth. 11, 25, dankt seinem himmlischen Vater mit fröhlichem Herzen, dass er solches den Weisen und Verständigen verborgen, und den Unmündigen, Albernen, Narren und Kindern offenbart hat. Ich lobe unsern Herrn Gott darum, dass er's tun darf. Wo er's nicht getan hätte, so wollte ich ihn bitten, dass er's noch tun wolle. Denn man kann die weisen Leute und die hohe Vernunft nicht unterweisen noch bedeuten in göttlichen Sachen, von der Taufe, von Christo, vom Glauben, von Seligkeit und ewigem Leben.
Siehe, was nimmt hier Gott für Leute dazu, denen er die Auferstehung seines Sohnes offenbart? Unverständige Weiber und arme Fischer nimmt er dazu. Die Weiber sind rechte Toren, machen sich solche Unhaben, kaufen Specerei und teure Salben; und da sie dieselben gekauft haben, gehen sie dahin wie in einem Schlaf und Traum, und bedenken nicht, was sie machen oder vornehmen. Da sie vor das Tor kommen, sprechen sie allererst unter einander: Was tun wir? Wissen wir nicht, dass ein großer, schwerer Stein vor des Grabes Tür liegt? Hätten sie zuvor in der Stadt bedacht, dass der Stein auf dem Grabe läge, dazu versiegelt und mit Hütern verwahrt, sie würden nicht hinausgegangen sein. So närrische Toren sind sie, dass sie sich unterstehen, den Herrn zu salben im Grabe, da doch die Hüter davor liegen, und das Grab verschlossen und versiegelt ist. Und doch werden diese Närrinnen die ersten, denen Christus seine Auferstehung offenbart, und die er zu Predigern und Zeugen derselben macht. Und die Jünger sind arme Fischer; und doch gibt ihnen Christus solchen Verstand der Schrift, den alle hochverständigen und gelehrten Hohenpriester und Schriftgelehrten nicht haben. Eben also tut er hier den einfältigen Jüngern die Augen auf, und öffnet ihnen die Schrift, dass sie Mosen und die Propheten mit anderen Augen ansehen, bekennen müssen und sagen: siehe, wir haben das so lang zuvor auch gelesen und gehöret, und doch nie verstanden. Aber dagegen die hochverständigen Pharisäer und Schriftgelehrten bleiben blind, ob sie schon Mosen und die Propheten auch haben, lesen und hören; dennoch verstehen sie gar nichts davon, laufen über die Worte weg, und wissen nicht, was es sei.
Moses ist der erste, von dem der Herr anfängt die Schrift auszulegen, die von ihm gesagt war. Der ist den Propheten sehr wohl bekannt gewesen, denn alle Propheten haben ihre Bücher und Schriften aus Mose gesponnen. Und ich, wenn ich so reich im Geist wäre, wollte Mosen nehmen, und ein ganz Neues Testament daraus machen, wenn es nicht bereits gemacht wäre. Petrus und Paulus schreiben wenig von den Geschichten und Werken Christi, aber das Evangelium von Christo führen sie gewaltig. Siehe was nur Paulus spinnet aus der Historie von Abrahams Söhnen, Isaak und Ismael, Galat. 4. Was tut Petrus und Paulus in der Apostelgeschichte? Da nehmen sie geringe Sprüche (wie sie anzusehen sind) des Alten Testaments vor sich, und machen solche gewaltige Predigt daraus, dass sich einer darüber verwundern muss, und sagen: Es ist recht; aber ich hätte das in Mose nicht gesehen.





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